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Rotkehlchen überwintert in Geloi © C.Pitrella
Wenn wir die Natur aufmerksam mit all unseren Sinnen erkunden, entdecken wir oft Tiere oder Pflanzen von erstaunlicher Schönheit, die uns im Alltagsstress sonst verborgen bleiben. Diese Begegnungen erinnern uns daran, wie viel Kraft und Freude in den unscheinbaren Details liegt – in jenen kleinen Momenten, die unser Leben bereichern und uns zeigen, wie wertvoll jeder noch so kleine Beitrag zur Vielfalt unserer natürlichen Umwelt ist.
An dieser Stelle möchten wir all jenen danken, die unsere gemeinnützige Arbeit zum Wohle einer intakten Biodiversität möglich machen: unseren treuen Unterstützerinnen und Unterstützern, den engagierten Mitarbeitenden, den freiwilligen Helferinnen und Helfern sowie unseren geschätzten Partnern. Ihr gemeinsamer Einsatz ist entscheidend dafür, dass wir unsere Artenschutzprojekte in der Schweiz und in Südeuropa weiterführen und ausbauen können.
Mit Freude und Zuversicht blicken wir auf das kommende Jahr 2026. Wir möchten bestehende Projekte weiterführen, neue Ideen verwirklichen und weiterhin dazu beitragen, Lebensräume zu erhalten und bedrohte Wildtierarten zu schützen. Möge das kommende Jahr Ihnen viele kleine, schöne Momente schenken, die Ihren Alltag naturnaher machen.
Wir wünschen Ihnen frohe Weihnachten und ein erfülltes, glückliches neues Jahr 2026.
Zistensänger und Mittelmeer-Sandschnecken in unserem Geloi-Feuchtgebiet © D.Pepi
Festlich gefärbtes Blaukehlchen im Geloi-Schutzgebiet © A. Lauricella

Abgebaute Leimruten und Singvogel-Opfer © Komitee gegen den Vogelmord
Zypern Vogelschutzcamp / Abschluss-Bericht Herbst 2025
Die Herbst-Vogelschutzcamp Sonderoperationen «Occupy Akas» und «Dead Air» haben unseren Vogelschützer-Teams umfangreiche und zeitraubende Vor-Ort-Vorbereitungen für die Einsätze und eine Vielzahl von Medien-Aktivitäten abverlangt. Die erzielten Ergebnisse waren aber aller Mühen wert.
Das zu Ende gegangene Herbst-Vogelschutzcamp wird als ein Meilenstein in unserem Vogelschutzeinsatz gegen die «Grossen» im Vogelmord-Geschäft auf Zypern erinnert werden. Über viele Jahre haben wir vergeblich gegen den massenhaften industriell organisierten illegalen Zugvogelfang von zwei uns bestens bekannten Gross-Wilderern angekämpft. Deren gesellschaftliche Stellung und Einfluss und die umfassende Vernetzung in der Vogelmord-Szene haben selbst Politik und Polizei regelmässig daran gehindert, geltende Gesetze konsequent durchzusetzen.
Die früheren «billigen» Bussgeldbescheide haben deren Vogelmord-Aktivitäten nicht einmal für einen einzigen Tag verhindert. Mit unseren diesjährigen Aktionen und den umfangreichen Publikationen und professioneller Medienarbeit konnte die Polizei diese schweren Verstösse gegen die geltende EU-Vogelschutzrichtlinie und zypriotische Naturschutzgesetze nicht länger ignorieren. So kam bei koordinierten Polizeieinsätzen auf den Grundstücken der zwei Bandenführer zu mehreren Verhaftungen. Der eine wurde gleich dreimal bei illegalen Vogelfangaktivitäten mit Fangnetzen erwischt, der andere sogar fünfmal!
Ergebnis waren endlich einmal auch für diese Vogelmord-Profis spürbare Strafbescheide von insgesamt nahezu 150'000 Euro! Das entspricht in Vogelmord-Währung etwa dem Erlös für 40'000 – 50'000 illegal getötete Singvögel, den Vogelwilderer von Vogelhändlern auf dem Schwarzmarkt erzielen können.
Die Erfolge gegen die Gross-Wilderer hielten unsere Vogelschützer-Teams nicht davon ab, weitere acht Wochen in die Suche nach Fang- und Vogeljagdplätzen, die Observierung und gerichtsfeste Dokumentation illegaler Aktivitäten, den Abbau illegaler Fanganlagen sowie die Erstattung weiterer Strafanzeigen zu investieren.
So können sich auch die Gesamtergebnisse des diesjährigen Herbst-Vogelschutzcamps auf Zypern sehen lassen.
Gesamtergebnisse des CABS & SPA Herbst-Vogelschutzcamps 2025 auf Zypern
(10. September - 25. November):
Vogelwilderer / illegal agierende Vogeljäger
Fitis gefangen an verbotener Leimrute © Komitee gegen den Vogelmord
Frisch gefangene Mönchsgrasmücken kurz vor der Befreiung © Komitee gegen den Vogelmord

Fugasse frisst in seiner Box in der Rettungsstation/VS © Tombapic
Unsere Stiftung fördert aktuell sechs ehrenamtlich betriebenen Igel-Rettungsstationen in der Schweiz. Eine davon befindet sich in Saxon im Unterwallis. Die Leiterin, Frau Sandrine Joly und Ihr Team von freiwilligen Helferinnen und Helfern nehmen dort jährlich über 170 Igel auf, von denen die meisten gesund gepflegt wieder in die Natur entlassen werden können.
Trotz der vielen Arbeit hat sich Sandrine Joly Zeit genommen, uns von einigen kürzlich gepflegten Igeln zu berichten – Geschichten, die Hoffnung machen …
Choupic, ein verwaister Baby-Igel
Das kleine Igeljunge Choupic wurde am Boden einer Baugrube entdeckt – allein und völlig erschöpft. Als er in die Baugrube fiel, verlor er seine Mutter, die ihn lange gesucht haben muss, bis sie schliesslich die Suche aufgeben musste. Choupic wog nur 187 Gramm und war völlig abgemagert und dehydriert, als er von seinen Findern der Igel-Rettungsstation übergeben wurde. Dank liebevoller und fachkundiger Pflege konnte er dort langsam wieder zu Kräften kommen und rechtzeitig vor dem Winterschlaf wieder in die Natur entlassen werden. Er wurde dazu in einen igelfreundlich angelegten Garten gebracht, wo er unter der Aufsicht eines Freiwilligen in einem Auswilderungsgehege gehalten wurde, bis er sich an seinen neuen Lebensraum gewöhnt hatte. Nachdem die Expertinnen der Igel-Rettungsstation sich vergewissert hatten, dass Choupic in der Natur selbständig überleben kann, wurde er wieder in dem kleinen naturnahen Igelparadies freigelassen. Dort lebt Choupic nun sicher und bereitet sich auf den bevorstehenden Winterschlaf vor.
Fugasse, verwirrter Jungigel in Gefahr
Der junge Igel Fugasse wurde am helllichten Tage verwirrt auf einer stark befahrenen Strasse herumirrend gefunden. Eine aufmerksame Person erkannte sofort, dass er Hilfe brauchte: Igel sind meist nur nachts oder in der Dämmerung aktiv!
Als Fugasse in der Igel-Rettungsstation ankam, war er sehr gestresst und nervös. Was ihm genau zugestossen ist, konnte nicht geklärt werden. In seiner Pflegebox in der Rettungsstation erhielt er jedenfalls artgerechtes Futter und Sicherheit, so kam er schnell wieder zur Ruhe. Aus alten Zeitungsseiten, die die Freiwilligen ihm in seiner Pflegebox ausgelegt hatten, baute er sich sogar ein provisorisches Nest. In dieser igelgerechten Pflegeumgebung und unter der professionellen Behandlung durch unsere «Igelmütter» erholte sich der Pflegling zusehends. Wie Choupic und weitere Igelpfleglinge, verbrachte er einige Zeit im Aussengehege, bevor er vor kurzem in geeigneter Umgebung freigelassen wurde.
Diese und viele andere Igel, die häufig durch menschliche Einflüsse gefährdet sind, hätten ohne das Eingreifen aufmerksamer Menschen und ohne die Pflege in den von uns massgeblich geförderten Igel-Rettungsstationen kaum eine Überlebenschance.
Diese Geschichten erinnern uns exemplarisch daran, wie wichtig es ist, dass wir Unfälle mit Igeln aktiv verhindern, indem wir jetzt in der dunklen Jahreszeit besonders vorsichtig Auto fahren, Laub in unseren Gärten liegen lassen, Gruben und Pools abdecken und, wenn dies nicht möglich ist, beispielsweise Holzstücke oder Steine als Ausstiegshilfen bereitstellen. Durchgänge in Gartenzäunen und täglich frisches Wasser in einer flachen Schale sind weitere einfache Massnahmen, um den kleinen Stachelrittern das Überleben zu erleichtern. Ausserdem ist bei Arbeiten im Garten besondere Vorsicht geboten, da sich Igel oft in der Nähe von Hecken oder in einem hohen Grassaum verstecken und bei Gefahr nicht flüchten, sondern sich an Ort und Stelle einkugeln.
In diesem Herbst werden wir aus unseren Igel-Rettungsstationen sicherlich noch viele weitere schöne Geschichten über gerettete und ausgewilderte Igel hören. Es ist aber leider auch sicher, dass nicht alle Igel-Geschichten glücklich enden werden. Es kommt auch immer wieder vor, dass schwer verletzte oder stark erkrankte Igel in den Stationen überwintern müssen – eine kostspielige Angelegenheit.
Die Auswertungen der Igel-Rettungssaison 2024 zeigen jedoch, dass sich die anstrengende Arbeit lohnt – das gibt unseren tapferen «Igelmüttern» Mut für die bevorstehenden, arbeitsreichen Herbstwochen.
Mit Ihrer Unterstützung können wir auch weiterhin verletzte und geschwächte Igel aufnehmen, pflegen und ihnen eine zweite Chance geben.
Igel Choupic schaut neugierig aus seiner Box heraus © Tombapic
Daten zu den Igelpfleglingen aus der Saison 2024 © SPA_CH

Vogelschützerin beim Abbau von illegalen Leimruten © Komitee gegen den Vogelmord
2. Zypern-Herbst-Vogelschutzcamp-Report
Die medienwirksamen Sonderoperationen «Occupy Akas» und «Dead Air» haben sehr positive Ergebnisse erzielt. Obwohl beide Operationen nur wenige Tage dauerten und vor etwa zwei Wochen abgeschlossen wurden, erzielten sie Ergebnisse, die zuvor noch nie erreicht worden waren. Die zypriotische Polizei akzeptierte schliesslich, dass professionelles Fallenstellen ein ernstes Problem für unsere Zugvogelbestände darstellt, das dringend bekämpft werden muss.
So führte die Polizei mehrere gut organisierte Operationen gegen die beiden grössten Vogelfänger Zyperns durch: Mr. A. und Mr. T. Insgesamt beschlagnahmte die zyprische Polizei 15 Netze von A. und 16 Netze von T. Bei einer besonders erfolgreichen Operation am Fangplatz von A. fand die Polizei sieben aufgestellte Netze und befreite daraus 350 Zugvögel. Am Standort von T. fand die Polizei 11 aufgestellte Netze und befreite 150 Vögel. Weitere 150 Vögel waren bereits tot, als die Polizeibeamten an den illegalen Fangplätzen eintrafen.
Als Ergebnis der Polizeieinsätze wurde A. eine Geldstrafe in Höhe von insgesamt 30’000 Euro verhängt. T. wurde mit dem gleichen Betrag gebusst. Es ist das erste Mal in der Geschichte unserer Vogelschutzcamps auf Zypern, dass die «grossen» Vogelwilderer mit derart hohen Geldstrafen konfrontiert wurden.
Ergebnisse des Zypern-Herbst-Vogelschutzcamps (vom 10. September bis 10. Oktober 2025):
Vogelwilderer
Aus Fangnetz herausgeschnittener Wendehals © Komitee gegen den Vogelmord
Mönchsgrasmücken-Männchen aus Fangnetz befreit © Komitee gegen den Vogelmord

Staatlicher Wildhüter mit konfiszierten Singvogelopfern © Komitee gegen den Vogelmord
1. Zypern-Herbst-Vogelschutzcamp-Report
Diesen Herbst-Vogelschutzcamp-Einsatz wird der grösste professionelle zypriotische Vogelwilderer, wir nennen ihn Mr. A., sein Leben lang nicht mehr vergessen! Tagelang demonstrierten Vogelschützer-Teams vor seinem riesigen Vogelfang-Grundstück mit Plakaten und Life-Video-Übertragungen in die sozialen Netzwerke, und anders als in früheren Jahren zeigte endlich auch die Polizei bei A. Flagge und konfiszierte auf seinem Grundstück 2 riesige Vogelfangnetze. Derart inflagranti beim verbotenen Vogelfang erwischt, fing sich Mr. A. zugleich auch eine saftige Anzeige ein.
Medienwirksame Unterstützung erhielten unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer bei diesem «STOP dem Vogelmord»-Protesteinsatz von dem in England bestens bekannten BBC-Reporter und aktiven Vogelschützer Chris Packham, der über seinen YouTube-Kanal «live» an ganz Europa berichtete, über die Missstände informierte und selber Hand bei dem Abbau von illegalen Leimruten und Fangnetzen anlegte. Seine Berichte sind über den am Ende dieses Reports stehenden Link zu erreichen.
Neben diesen «Spezial-Vogelschutz-Operationen» sind auch die weiteren Vogelschutzcamp-Ergebnisse beachtenswert. Neben Mr. A. konnte ein Vogelschützer-Team einen weiteren grossen professionell agierenden Vogelwilderer erwischen. Der hatte auf seinem Grundstück insgesamt 270 Leimruten mitsamt elektronischem Vogelstimmen-Lockgerät aufgebaut und so täglich illegal bis zu 100 Singvögel gefangen.
Ergebnisse des Zypern-Herbst-Vogelschutzcamps (2 Wochen September 2025):
Vogelwilderer
Mönchsgrasmücken-Männchen gefangen an einer Leimrute © Komitee gegen den Vogelmord
Busch mit 15 aufgebauten verbotenen Leimruten © Komitee gegen den Vogelmord

Artenschutzturm Lyss Hardern © SPA_CH
Seit Mitte August ist es am Himmel über Basel und der übrigen Schweiz ruhig geworden. Die Mauersegler, die mit ihren «srii srii» Rufen so manchen Sommerabend prägten sind auf und davon, unterwegs in den Süden. Mit ihrer Abreise ist der Sommer vorbei, besagt eine alte Bauernweisheit. Die riesigen Schwärme von Mauerseglern in Siedlungsgebieten, die für den Süden Europas so typisch sind, sind in der Schweiz seltener zu sehen. Früher hauptsächlich ein Felsnischen- und Baumhöhlenbewohner, sind Mauersegler heute als Kulturfolger auf Nistmöglichkeiten im Siedlungsraum angewiesen. Modernisierte Bauten und häufige Renovationen in Städten und Dörfern machen es in Kombination mit dem hier schnell voranschreitenden Insektenschwund schwer, Nistgelegenheiten und ausreichend Nahrung zu finden. Deshalb stehen der Mauersegler, der Alpensegler und die Mehlschwalbe in der Schweiz auf der Roten Liste und bedürfen besonderer Förderung.
In den von uns eingeplanten, finanzierten und zusammen mit einer engagierten Anwohnerin betreuten Nistkästen im Quartierzentrum Basel-Westfeld brüteten dieses Jahr sechs Paare erfolgreich. Die Nistkästen wurden in Abstimmung mit den verantwortlichen Architekten direkt in die Fassade integriert. Dank dieser Massnahme flogen im Westfeld 2025 10 Jungvögel erfolgreich aus. Ein Teil der Jungvögel wird wieder in der Nähe einen Nistplatz suchen, während weitere eine neue Kolonie gründen und wiederum neue Mauersegler zuwandern – so hat es die Natur eingerichtet, um eine gute genetische Durchmischung zu gewährleisten. Hat sich ein Paar gebildet und einen Nistplatz gefunden, kehren sie immer wieder dorthin zurück. Mit den zum Vorjahr angestiegenen Bruterfolgen und den ökologischen Aufwertungen auf den Flachdächern und der Umgebung der Gebäude sind wir zuversichtlich, dass die Westfeld-Kolonie stetig wachsen wird.
Auch in unseren nun schon sieben Artenschutztürmen war diese Saison einiges los. Nur wenige Tage nach dem Fertigstellen des neuen Artenschutzturms in Liesberg in Baselland flogen schon die ersten Mehlschwalben den Turm an und haben auch direkt erfolgreich gebrütet. In Walperswil haben Schleiereulen und Turmfalken fast gleichzeitig denselben Nistkasten besetzt. Erfolgreich gebrütet hat schlussendlich der Turmfalke, zurück blieben drei unausgebrütete Schleiereuleneier. In unserem Turm in Frenkendorf beobachteten wir ähnliches – ist es ein Zeichen von «Wohnungsnot»? Wir werden jedenfalls weitere Nistmöglichkeiten in geeigneter Umgebung anbieten.
Erfreulich ist, dass die in Frenkendorf komplett erloschene Mauersegler-Kolonie am alten Trafoturm durch unseren Umbau zum Artenschutzturm im Jahre 2021 neu gegründet wurde und ebenfalls stetig wächst. Dieses Jahr gab es 4 erfolgreiche Bruten und 6 Jungvögel sind ausgeflogen. Ein Jungvogel hat den Abflug nicht rechtzeitig geschafft, den haben wir dann kurzerhand nach Rümlang zu Silvia Volpi in die Segler-Rettungsstation gebracht und er konnte dann gestärkt und mit weiteren Artgenossen aus der Rettungsstation ab Zürich gen Süden starten.
In unserem erst 2024 errichteten Artenschutzturm in Hardern haben sich sofort die Mehlschwalben in grosser Zahl angesiedelt und wir verbuchten nahezu eine Vollbelegung und planen auch hier weitere Kunstnester anzubringen. Durch die übermässigen Flächenversieglung in der Schweiz, findet die Mehlschwalbe in den meisten Regionen nicht ausreichend Lehm, um ihrer natürlichen Nester zu bauen und ist auf menschliche Hilfe angewiesen.
Junge Mauersegler kurz vor dem Ausfliegen im Westfeld Quartierzentrum BS © SPA_CH
Turmfalkenküken neben Schleiereuleneiern im Turm Walperswil © Martin Bader

Bird Guard bewacht einen Brutplatz © E. M. Scabionni
Die einzige stabile Population des Habichtsadlers in Italien befindet sich auf Sizilien – ihr Fortbestand ist alles andere als selbstverständlich. Früher war der Vogel auch auf Sardinien und im südlichen Apennin heimisch, der Bestand brach aber in den 70er Jahren stark ein und ist heute fast gänzlich verschwunden. Durch unsere Horstbewachungsarbeit in Sizilien, wurde über die Jahre ein relativ stabiler Bestand an Habichtsadlern (Standvogel) erreicht und Wiederansiedlungsversuche in Sardinien werden zukünftig durch Umsiedlungen von Jungvögeln unternommen. Eine zweite, grössere Adlerpopulation gibt es noch in Spanien. Ansonsten brütet der Vogel nur noch fragmentarisch in kleineren Populationen in Europa. Europaweit brüten nur noch ca. 1200 Paare. Der Habichtsadler gilt daher in Europa als äusserst selten und ist im allgemeinen Bestandstrend rückläufig.
Seit 2011 führen wir darum gemeinsam mit unseren Kollegen aus Deutschland und sizilianischen Vogelschützern ein Adler- und Falkenschutz-Camp durch, das zum Ziel hat, den Bestand von Habichtsadlern, Wander- und Lannerfalken in Sizilien langfristig zu stabilisieren. Neben dem masslosen Einsatz von Pestiziden, der zu Vergiftungen führt, der Intensivierung der Landwirtschaft und dem Verschwinden von Beutetieren wie Wildkaninchen, Mäusen und Reptilien macht den imposanten Vogelarten nicht zuletzt auch die Wilderei zu schaffen.
Der Habichtsadler ist für einen Adler äusserst wendig und schnell und daher bei unseriösen Falknern und in manchen Dunstkreisen als «Prestigeobjekt» sehr beliebt. Auf dem Schwarzmarkt werden die seltenen Greife für 10 000 Euro und mehr gehandelt. In Sizilien wurden vor Beginn unserer umfangreichen Schutzbemühungen zahlreiche Küken und teilweise sogar die Eier aus den Nestern gestohlen und illegal gehandelt. Da der Habichtsadler seine Horste nicht in allzu unzugänglichen Felsnischen und -vorsprüngen errichtet, sind die Gelege für geübte Kletterer relativ leicht erreichbar.
Aus diesem Grund haben wir zahlreiche Funk-Fotofallen in den entsprechenden Bergregionen positioniert. So gewährleisten wir kurze Reaktionszeiten und die Adlerschützer können schnell mit den Carabinieri vor Ort sein, wenn sich ein Krimineller an den Nestern vergehen will. Entwischt ein Adlerdieb doch einmal, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass sein Fahrzeug und somit das Kontrollschild von einer unserer Kameras erfasst wird. Diese Massnahmen wirken äusserst abschreckend auf die Wilderer in Sizilien. Dennoch muss witterungsbedingt und durch gelegentlichen Vandalismus Equipment ersetzt werden und die Ehrenamtler erhalten eine Minimalversorgung in den Bergregionen abseits jeglicher Zivilisation von uns. Jährlich wird das Adler- und Falkenschutz-Camp im Zeitraum von Januar bis Mitte August durchgeführt, das Haupteinzugsgebiet ist dabei Ravanusa. Für die Vorbereitung und Durchführung des Adler- und Falkenschutzeinsatzes haben wir unseren Freunden in Sizilien eine Förderung von umgerechnet 3000 Euro verbindlich zugesagt. Mit Ihrer Hilfe ermöglichen wir gemeinsam den reibungslosen Endspurt des laufenden Schutz-Camps – mit Ihrer Spende tragen Sie dazu bei, dass möglichst viele Jungvögel sich aus den Nester unbeschwert in die Lüfte erheben und in den Folgejahren zum Arterhalt beitragen können.
Ergebnisse des Greifvogel Schutzcamps 2025 (Frühjahr/Sommer) in Sizilien:
Junger Habichtsadler mit Beute © S. Cacopardi
Habichtsadlerküken im Nest © E. M. Scabionni

Ehrenamtler halten Ausschau nach Fischadlern © Nos Oiseaux / SPA_CH
Am Sonntagmorgen, 29.06.2025 ab 5.00 Uhr standen wieder mehrere Teams bestehend aus internationalen Artenschützern und Fischadler-Enthusiasten mit Feldstecher und Fernrohr an von Projektleiterin Dr. Wendy Strahm sorgfältig ausgewählten Orten bereit, um neuste Erkenntnisse über die Wiederansiedlung des Fischadlers in der Schweiz zu sammeln. Leider wurde diese tolle Vogelart in der Schweiz von masslos jagenden und wildernden Menschen ausgerottet. Diesen grossen Schaden an unserer Biodiversität möchte die Biologin Wendy Strahm gemeinsam mit uns, engagierten Fischadler-Freunden und zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfern wiedergutmachen – mit viel Fachwissen, Herzblut und Einsatz. Seit 2015 hat Wendy Strahm gesamthaft 62 Individuen dieser Zugvogelart (meist Langstreckenzieher) in der Schweiz ausgewildert.
So konnte ein Beobachtungs-Team bereits um 5.09 Uhr den ersten Fischadler an seinem unverkennbaren Ruf ausmachen und um 6.58 Uhr auch per Sichtung in Hagneck am Aaredelta bestätigen. Es handelte sich um den bestens bekannten Fischadler Arthur (F12, ♂︎). Im Fanel-Gebiet nordöstlich des Neuenburgersees wurde um 5.24 Uhr ein weiterer Fischadler mit einem Fisch gesichtet und um 7.25 Uhr gesellte sich ein nächster Fischadler hinzu, während Adler Arthur sich noch immer im Hagneck-Gebiet aufhielt – somit haben wir schon drei Fischadler sicher bestätigt. Doch um welche Fischadler handelt es sich hier, sind es weitere Männchen aus dem Wiederansiedlungsprogramm oder gar Weibchen, die endlich Interesse an unseren Männchen bekunden? Fischadler Männchen kehren meist wieder in das Gebiet zurück, in welchem sie ihre ersten Flugversuche unternahmen, während sich die Weibchen neue Regionen aussuchen. So kam es dazu, dass sich Weibchen aus dem Wiederansiedlungs-Projekt in Deutschland und Frankreich verpaarten und erfolgreich brüteten. Anders als die Schweiz hat Deutschland und Frankreich es damals nicht geschafft, ihre Fischadler vollständig auszurotten. Damals wurden Greifvögel als schadhafte Raubvögel angesehen und intensiv verfolgt. Heutzutage ist man weitestgehend aufgeklärt und weg von diesem Aberglauben.
Um 9.17 Uhr gab es dann eine weitere kleine Sensation, das Team in Hagneck konnte zwei Fischadler gleichzeitig am Himmel fliegend beobachten. Nach kurzer Zeit konnte auch dieser Vogel eindeutig identifiziert werden. Es war Racine ♂︎ mit der Ringnummer F29.
Dann überschlugen sich die Ereignisse und ein weiteres Team in der Grande Cariçaie sah den Fischadler Olympe (F28, ♂︎) zusammen mit einem unberingten Weibchen. Olympe brachte einen Fisch zu seinem Nest, um dem Weibchen zu signalisieren, dass er alles bieten kann, was eine Fischadler-Dame begehrt – artgerechte Nahrung und ein gemütliches Nest.
Bereits beim ersten Fischadler Morgen vom 15. Juni wurde ein unberingter Fischadler (♀︎) am Murtensee gesichtet. Nach den Auswertungen aller Sichtungen des 2. Fischadler-Morgens und den exakten Zeitangaben durch die insgesamt 41 Beobachterinnen und Beobachter, erhärtet sich der Verdacht, dass ein weiteres Weibchen den Sommer in der Schweiz verbringt.
Mit diesen Ergebnissen kann die Schweiz sehr hoffnungsvoll sein, dass wir diese Art als heimischen Brutvogel schon bald wieder zurückbekommen.
Fischadler sind in keiner Weise eine Bedrohung oder eine Nahrungskonkurrenz für den Menschen. Fischadler fangen am Tag etwa 500 bis 1000 Gramm Fisch. Sie leben nicht in grossen Kolonien und wie beschrieben, gilt die Art derzeit als ausgestorben (0 Brutpaare) in der Schweiz.
Dem gegenüber stehen fast 9 Mio. Menschen in der Schweiz und die Frage ist durchaus berechtig, wer hier wem die Nahrung streitig machen könnte.
Weiter gelten Fischadler mit ihren hohen Ansprüchen an ein störungsfreies Habitat in Gewässernähe mit gesundem Fischbestand, naturbelassenen Ufern und hohen Bäumen, wo sie ihre Nester errichten können, als Indikator für eine intakte Natur und können uns Menschen darauf sensibilisieren, mehr Sorge zu unseren Gewässerlebensräumen zu tragen.
Weiterführende Informationen zum Projekt:
► Link: https://www.stiftung-pro-artenvielfalt.ch/content/projekte/projekt-wildtierschutz-drei-seen-land.php
Zwei Fischadler über dem Bielersee © Nos Oiseaux / SPA_CH_NF
Fischadler auf seiner Sitzwarte in Hagneck © Nos Oiseaux / SPA_CH_NF

Neuer Artenschutzturm in Liesberg/BL© SPA_CH_NF
In Liesberg im Kanton Baselland haben wir am 27. Juni bei sommerlichen Temperaturen unseren siebten Artenschutzturm für Gebäude bewohnende Wildtierarten feierlich eingeweiht.
Bereits anfangs Jahr begannen die Umbau- und ökologischen Sanierungsarbeiten am Turm. Ziel war es, dass der Turm mit seiner neuen Funktion als Artenschutzgebäude rechtzeitig zur Brutzeit bezugsbereit ist. Inspiriert von den Mehlschwalben, die noch sporadisch in Liesberg in ihren traditionellen Naturnestern brüten, haben wir am Turm mehrere Kunstnester montiert, um diese Art gezielt zu fördern. Den Mehlschwalben fehlt in unserer stark flächenversiegelten Landschaft häufig die lehmige Bausubstanz für ihre Naturnester und gleichzeitig die Insektennahrung. In der Gemeinde Liesberg gibt es noch verhältnismässig viel strukturreiches Grünland am Ortsrand und neben dem Hausspatz kommt auch noch der Feldspatz vor. Beide Arten sind Höhlenbrüter und wurden ebenfalls an der Fassade des Turms berücksichtigt.
In der ersten Aprilhälfte wurden die letzten grossen Umbauarbeiten abgeschlossen, das Baugerüst demontiert und die ersten Standvögel – Haussperlinge und Kohlmeisen – zogen umgehend ein! Zugvögeln wie den Mehlschwalben halfen wir ab April mit einem speziellen Vogelstimmenlockgerät etwas nach – und es dauerte nicht lange, bis sie die neuen «Wohnungen» entdeckten. Als kleine Sensation zogen pünktlich zur Turmeinweihung bereits die ersten Mehlschwalbenpaare ihre Jungen am Turm gross!
Die Umgebung des Artenschutzturms in Liesberg präsentiert sich mit vielen heimischen Büschen und kleinen Wildblumenwiesen noch vorbildlich naturnah, folglich gibt es um das Artenschutzgebäude herum ein reichhaltiges Angebot an artgerechter Nahrung zur Stärkung und Aufzucht der Jungvögel.
An unserem kleinen Einweihungsanlass durften wir somit neben Spendern, Nachbarn und Projektunterstützern der Gemeinde auch bereits die ersten tierischen Gebäudebewohner begrüssen: Nebst den bereits genannten Mehlschwalben wohnen auch Hausspatzen und Kohlmeisen an der artenfördernden Fassade – und auch die Mauersegler fliegen verdächtig nahe um den Turm herum.
Für die Mauersegler wurden vier Holzkästen im Dachgeschoss eingebaut und unter dem Vordach wurden acht Muldennester für Mehlschwalben montiert. Sieben Nischenbrüter-Nistkästen bieten Hausrotschwanz oder Bachstelze beste Brutbedingungen und drei Kästen dienen der gezielten Förderung von Staren, fünf Universalniströhren bieten geschützte Brutmöglichkeiten für Spatzen- und Meisenarten an. Ein weiterer Kasten eignet sich für den Turmfalken. Da die ersten Vögel den Turm bereits angenommen haben, sind wir zuversichtlich, dass vielen weiteren Bruten – im Speziellen von Mehlschwalben und Mauerseglern – entgegengeblickt werden darf!
Die insgesamt 28 geschützten Nistplätze für diverse Gebäudebrüter und die zwei Fledermausquartiere/ -einflugmöglichkeiten bieten sichere Höhlen, Nischen und Ruheplätze für Wildtierarten im Siedlungsraum an. Bei Neubauten und Renovationen werden leider zu häufig diese überlebenswichtigen Gebäudestrukturen vergessen, was fatale Folgen für die Artenvielfalt in unseren Dörfern und Städten hat. Mit unseren Artenschutzgebäuden möchten wir beispielhaft zeigen, wie man dieser «Vergesslichkeit» entgegenwirken kann.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen Förderinnen und Spendern für ihre engagierte Unterstützung des neuen Artenschutzgebäudes in Liesberg, das einen Beitrag zur Sensibilisierung der Bevölkerung über die Fördermöglichkeiten der Artenvielfalt im Siedlungsraum leistet. Ausserdem geht ein grosser Dank an die Firma Heinz Mildner AG, die Firma Felix Häring GmbH, die Firma Pecht Maler und alle involvierten Handwerker für die umweltschonende und fachkräftige Umbauausführung, sowie an die wohlwollende Gemeinde Liesberg.
Gemeinsam leisten wir einen wichtigen Artenschutz-Beitrag auf lokaler Ebene.
Besucherführung am Artenschutzturm in Liesberg © SPA_CH_AB
Mehlschwalbe füttert ihre Jungen am neuen Turm in Liesberg © SPA_CH_NF

Rosaflamingo-Brutkolonien in unserer Lagune Pantano Longarini © SPA_IT
Anders als dieses Frühjahr bot das extrem trockene Jahr 2024 auf Sizilien der am Boden brütenden Vogelwelt der Feuchtgebiete und Lagunen kaum eine Chance für eine erfolgreiche Brut und Jungenaufzucht.
Bis zu 50 Schulkinder nutzten in der Gluthitze des Sommers 2024 bei bis zu +45° C die Chance, in mehreren ehrenamtlichen Biotoppflege-Einsätzen unermüdlich die von uns in der Lagune Pantano Longarini angelegten Vogel-Brutinseln von der aufgekommenen Vegetation zu befreien und damit den am Boden brütenden Vogelarten wie Rosaflamingo, Triel, Stelzenläufer, Zwergseeschwalbe und der erstmals im Lagunen-Gebiet brütenden Rotflügel-Brachschwalbe für dieses Jahr perfekte Brutbiotop-Bedingungen zu schaffen.
Die nutzen zu unser aller grossen Freude dieses Frühjahr 7 teils selten gewordene Vogelarten, darunter solche, die nur in Kolonien brüten wie z. B. die Rosaflamingos und Zwergseeschwalben!
Die fleissigen Schulkinder dürfen sich in den kommenden Wochen über erfolgreiche Bruten als Ergebnis ihrer schweisstreibenden Arbeit freuen: ein ideales Lebensumfeld für bodenbrütende Vogelarten – entstanden durch ihren engagierten Einsatz im vergangenen Sommer. Ein grossartiges Natur-Erfolgserlebnis, an dem die Kinder selbst mitgewirkt haben.
August 2024 - Schulkinder entfernen Vegetation auf den Brutinseln © SPA_IT
Mai 2025 - Vogelbrutpaare auf Inseln in der Lagune Pantano Longarini © SPA_IT

Vogeljagd-Ansitz auf Insel Zakynthos © Komitee gegen den Vogelmord
Zakynthos (Ionische Inseln / Griechenland) Frühjahrs-Vogelschutzcamp-Report
Das 3. Jahr unseres gemeinsam mit dem Komitee gegen den Vogelmord durchgeführten Frühjahrs-Vogelschutzcamps auf der Insel Zakynthos (Griechenland) wird für die dort im Einsatz gewesenen Vogelschützerinnen und Vogelschützer zugleich auch als das schmerzhafteste in Erinnerung bleiben.
Wie schon in den beiden Vorjahren waren unsere Aktiven aus eigener Erfahrung sehr wohl auf Beschimpfungen und aggressive Anfeindungen durch aufgebrachte Jäger gefasst, doch ein tätlicher Angriff von bis zu 15 teils maskierten Jägern war dann doch eine neue und nicht gerade herbeigesehnte teils blutige Erfahrung. So mussten drei unserer Vogelschützer zwecks ärztlicher Behandlung ihrer Blessuren das Krankenhaus auf Zakynthos besuchen, konnten dieses aber am Abend wieder verlassen.
Während des tätlichen Angriffs durch Jäger konnten unsere Vogelschützer mit ihren Bodycams Video-Beweismaterial anfertigen, was trotz Flucht der Jäger vom Überfall-Tatort zur Festnahme und vorübergehender dreitägiger Haft von vier Jägern wegen Körperverletzung sowie Zerstörung und Diebstahl von Ausrüstungsgegenständen führte. Nach der 1. gerichtlichen Anhörung musste jeder der vier Jäger 3’000 Euro Kaution hinterlegen und darf die Insel bis zum 2. Gerichtstermin in ca. sechs Monaten nicht verlassen!
Neben Unerfreulichem war erfreulich, dass sich die Nachricht von diesem Zwischenfall und den Konsequenzen für die beteiligten Jäger wie ein Lauffeuer über die Insel ausbreitete und damit vielen Jägern die illegale und kriminelle Vogeljagd zumindest für dieses Frühjahr gründlich verleidete.
Ergebnisse des Zakynthos-Frühjahrs-Vogelschutzcamps (12.04. – 02.05.2025):
Illegal geschossener streng geschützter Bienenfresser © Komitee gegen den Vogelmord
Insel Zakynthos - Blick auf das Ionische Meer © Komitee gegen den Vogelmord

Mönchsgrasmückenweibchen gefangen an Leimrute in einem Maulbeerbaum © Komitee gegen den Vogelmord
1. Zypern-Frühjahrs-Vogelschutzcamp-Report
Anders als in den vergangenen 2 Frühjahren erfüllten sich dieses Frühjahr 2025 unsere Hoffnungen auf anhaltend geringe illegale Zugvogelfangaktivitäten auf Zypern nicht ganz. An mehreren aktiven Zugvogel-Fangplätzen herrschte emsiges illegales Treiben. Da wurden erstmals seit vielen Frühjahren wieder verbotene Fangnetze aufgebaut und zur Maximierung der Vogelfangzahlen auch elektronische Vogelstimmenlockanlagen eingesetzt. Dies nicht nur am Tag, sondern auch in den frühen Morgenstunden noch vor Sonnenaufgang!
Doch auch die kleinen Vogelfänger waren nicht ganz untätig und so mussten unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer an mehreren Fangplätzen in beerentragenden Büschen und Bäumen verbotene Leimruten abbauen oder Wildhüter um Amtshilfe bitten.
Erfreulich war, dass die Vogelwilderer an den 3 aktivsten Vogelfangplätzen inflagranti erwischt und angezeigt werden konnten.
Ergebnisse des Zypern-Frühjahrs-Vogelschutzcamps (18.03. – 11.04.2025):
Vogelwilderer
Mönchsgasmückenweibchen wird von Leimrute befreit © Komitee gegen den Vogelmord
Klappergrasmücke gefangen an Leimrute © Komitee gegen den Vogelmord

Fischadler auf Sitzwarte © Leo/fokus-natur
Der Fischadler war einst ein heimischer Brutvogel der Schweiz. Doch aufgrund rücksichtsloser Bejagung wurde diese faszinierenden Adlerart bei uns ausgerottet. Der letzte Brutnachweis stammt aus dem Jahr 1911. Das Fällen alter, hoher und grosskroniger Bäume in Gewässernähe und der Einsatz des Umweltgiftes DDT setzten den Vögeln europaweit zu.
Heute hat sich die Situation etwas verbessert und die Bestände erholen sich langsam in Europa.
In die Schweiz ist der Fischadler aber bis jetzt noch nicht wieder als Brutvogel zurückgekehrt. Darum unterstützen wir das ambitionierte Projekt von Wendy Strahm und Nos Oiseaux zur Wiederansiedlung dieses imposanten Vogels. Dazu wurden während der Jahre 2015 bis 2020 Fischadler aus Deutschland und Norwegen in der Schweiz ausgewildert, 62 Individuen an der Zahl.
Die meisten Fischadler ziehen über den Winter nach Afrika. Damit man sie bei einer allfälligen Sichtung im Überwinterungsgebiet oder nach Rückkehr in die Schweiz genau identifizieren kann, tragen alle Fischadler aus dem Projekt einen blauen Ring mit einer weissen Nummer an ihrem rechten Bein. So konnte beispielsweise dokumentiert werden, dass sich «Projekt-Adler» in Deutschland und Frankreich verpaarten und in den letzten zwei Jahren bereits erfolgreich brüteten.
Der Frühjahrs-Vogelzug ist im vollen Gange und nach einer ersten Sensationsmeldung in Frankreich – dort wurde das Fischadler-Weibchen Pistache mit der Ringnummer F11 erstmalig seit Auswilderung im Jahr 2018 gesichtet – gingen weitere Meldungen ein: Am 22. März 2025 wurde der erste Fischadler in der Schweiz bestätigt. Zwischenzeitlich gibt es mehrere Berichte von Fischadler-Sichtungen, so z.B. eine im grossen Feuchtgebiet Grand Cariçaie am Ufer des Neuenburgersees und eine weitere am Bielersee. Insgesamt konnte so die Anwesenheit von bisher drei dieser tagaktiven Greifvögel, welche sich ausschliesslich von Fisch ernähren, in der Schweiz bestätigt werden. Darunter befindet sich auch der szenenbekannte Star vom Aaredelta Arthur (F12), welcher 2018 ausgewildert wurde und seit dem Jahr 2020 jährlich in unser Land zurückkehrt und nach einer passenden Partnerin Ausschau hält.
Gespannt warten wir auf das Eintreffen weiterer Fischadler in der Schweiz und hoffen auf erfolgreiche Verpaarungen!
Natürlich ist es mit dem Hoffen allein nicht getan und es ist zudem immens wichtig, sich für naturnahe Binnengewässer, Ruhezonen und den nötigen Respekt vor der heimischen Natur einzusetzen.
Bruterfolg im nahgelegenen Ausland © Pröhl/fokus-natur
Fischadler auf Nahrungsjagd © Olivier Jean-Petit-Matile
Ausgedienter Trafoturm in Liesberg © SPA_CH
In Liesberg (BL) haben wir Anfang Jahr mit den Umbau- und Sanierungsarbeiten an unserem 7. Artenschutzturm für heimische Wildtierarten in der Schweiz begonnen.
Der Trafoturm aus dem Jahr 1934 ist heute nicht mehr in Betrieb und steht ideal im Siedlungsraum, angrenzend an Friedhof und Schulareal, in der Nähe von Gärten und Grünlandflächen. Somit können wir am Turm Siedlungsvögel wie die Mehlschwalbe, aber auch Grünland-Bewohner wie den Feldsperling mit geschützten Brut- und Ruhenischen fördern.
Mit dem Umbau von ausgedienten Trafostationen in attraktive Artenschutztürme für heimische Siedlungs- und Kulturland-Wildtiere möchten wir ein starkes Zeichen gegen den anhaltenden Verlust an Nischen und Schlupflöchern in unseren Gebäuden setzen, die für viele verschiedene Tierarten überlebenswichtig sind.
Ende Januar haben die Umbauarbeiten mit der Einrüstung des ausgedienten Trafoturmes begonnen und dank dem Engagement von den beteiligten Handwerkern aus der umliegenden Region wurden an der ehemaligen Trafostation bereits die ersten Kernbohrungen für den vor Witterung geschützten Einbau diverser Nistkästen direkt in das Mauerwerk vorgenommen.
Auch die Arbeiten im Inneren des Turms kommen gut voran: Ein weiteres Zwischenpodest aus Holz für die spätere Turmbetreuung wurde errichtet, sodass alle Nistkästen vom Turminneren zur besseren Kontrolle und Reinigung zugänglich sein werden.
Sieben Nischenbrüter-Kästen werden beispielsweise zur Förderung für Hausrotschwanz und Bachstelze eingebaut. Drei Kästen zur gezielten Förderung für Stare und fünf weitere Universalniströhren sind ebenfalls geplant. Für Mehlschwalben und Mauersegler sind artspezifische Nisthilfen unter dem Dach geplant und für Turmfalken werden wir auch eine optimale Nische an der Fassade zur erfolgreichen Jungenaufzucht einplanen. Und nicht zuletzt wird ein Fledermausquartier und eine weitere Einschlupfmöglichkeit ins Turminnere für diese bedrohte Säugetiergruppe installiert.
Eingerüsteter Turm in Liesberg © SPA_CH
Mehlschwalbe © Pröhl/fokus-natur

Wasserstand vom Januar 2025 im Acquitrino Isola © C.E.A. Niscemi
Abgesehen von wenigen starken und sehr lokalen Regenfällen im Herbst war das vergangene Jahr im Süden Siziliens extrem niederschlagsarm.
Die Wasserreserven in unserem Feuchtgebiet Geloi wurden bedrohlich knapp, aber dank unserer Wassermanagement-Massnahmen gelang es, ein Minimum an Wasser in drei Sümpfen (Acquitrini) zu erhalten.
Am 18.01.2025 hat es nun an der Südküste Siziliens endlich wieder geregnet. Dieser Umstand beschert gegenwärtig 50 Vogelarten eine wichtige Überwinterungsgrundlage in unserem Schutzgebiet. Neben vielen Singvogelarten und etlichen Enten- und Watvogelarten konnte auch eine neue Art, die bisher in unserem Gebiet noch nicht gesichtet wurde, nachgewiesen: die Hohltaube (Columba oenas).
Das Wasser im Gebiet der drei von uns angelegten Acquitrini, mit einer Gesamtgrösse von etwa 20 Hektaren, wurde vom Boden aufgenommen und nachhaltig gespeichert. Diese Reserven werden für die kommenden Monate ausreichen und den richtigen Lebensraum für viele Vogelarten und andere Wildtiere schaffen.
Während der Wintermonate sind unsere Bird Guards vor Ort damit beschäftigt, mediterrane Bäume und Sträucher zu pflanzen, die wiederum in den wärmeren, trockeneren Monaten für den Erhalt der Feuchtigkeit sorgen werden.
Goldregenpfeifer und Löffelenten im Flug © A. Tanti
Wasserstand im Acquitrino di mezzo © M. Zafarana
Nachdem wir im letzten Winter ein ganzjähriges Jagdverbot erwirkt haben, führen wir diesen Winter Biotop-Verbesserungsmassnahmen für die vielen Vögel durch, die in Geloi überwintern, darunter Drosseln, Lerchen, Stare, Ammern … Zum Projekt
PostFinance IBAN: CH98 0900 0000 6069 9120 8 BIC: POFICHBEXXX