Aktuelles:
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Viele unserer sehnlichst erwarteten Zugvögel sind bereits aus ihren Überwinterungsgebieten auf dem afrikanischen Kontinent nach Europa zurückgekehrt. Schon Mitte April konnten wir die ersten Mauersegler als sichere Vorboten des Sommers in der Schweiz begrüssen. In ihren Bruthöhlen haben diese Dauerflieger nun für kurze Zeit festen Boden unter ihren Füsschen.
Mauersegler-Trupp am Himmel © K. Roggel
Mit dem Juni beginnt für Stationsleiterin Silvia Volpi und ihr Rettungsteam nicht die Ferienzeit, sondern die arbeitsintensivste Zeit des Jahres.
Seit 27 Jahren kümmert sich die schweizweit anerkannte Seglerexpertin gemeinsam mit wenigen engagierten Helferinnen und Helfern um verletzte und geschwächte Mauer- und Alpensegler. Diese faszinierenden Dauerflieger verbringen ihr Leben fast ausschliesslich in der Luft – und sind gerade deshalb in unserer zunehmend technisierten Umwelt besonders gefährdet.
Mauersegler bei der Gewichtskontrolle © Seglerrettung Rümlang
Immer häufiger werden Segler-Patienten eingeliefert, die:
• geschwächt und unterernährt sind – weil sie immer weniger Fluginsekten finden,
• mit Gebäuden kollidiert sind – etwa mit hohen Glasfassaden oder zwischen Baukranen im Segler-Luftraum unserer Städte,
• oder aus überhitzten Nisthöhlen gesprungen sind – wenn sich Dachräume im Sommer wie Backöfen aufheizen.
Einen spannenden Einblick in die Arbeit der Alpen- und Mauersegler-Rettungsstation gibt auch ein aktueller Beitrag von TeleZüri: In der Sendung «Tierisch» vom 11. Juni 2026 wird die Pflege verletzter und verwaister Segler in Rümlang vorgestellt. Der Hauptbeitrag über die Seglerstation von Silvia Volpi beginnt ab 03:33 Min., TeleZüri-Beitrag ansehen: https://www.telezueri.ch/tierisch/reha-und-auswilderungsstation-kuh-knigge-kurs-164136313
Pepino und Pepina werden nach Rümlang gebracht © Seglerrettung Rümlang
Die Geschichte der beiden Alpensegler-Geschwister, die letztes Jahr in der Rettungsstation aufgenommen wurden, ist für Silvia Volpi und ihre Mitarbeiter etwas ganz Besonderes.
Diese zwei Alpensegler, die Pepina und Pepino genannt wurden, blieben Ende Sommer 2025 in ihrer Nisthöhle zurück. Die Seglereltern mussten wegen des zunehmenden Mangels an Fluginsekten immer grössere Strecken fliegen und sind letztendlich gen Süden aufgebrochen, bevor ihre Brut abflugbereit war. Beide waren noch zu schwach für ihren ersten Flug, doch der Hunger trieb sie zu einem Sprung aus ihrer Nisthöhle. Als die beiden unterernährten Jungsegler vom Tierrettungsdienst hilflos am Boden gefunden wurden, zeigte sich, dass sie sich bei ihrem ungebremsten Aufprall auf den Asphalt leichte Verletzungen zugezogen hatten.
Alpensegler-Pflegling wird ausgewildert © SPA_CH
Nach einigen Tagen der liebevollen Pflege und des Aufpäppelns in der Seglerklinik, wurde auf einer sicheren Wiese geprüft, ob die beiden bereit für den Flug in die Freiheit waren. Mit wenigen kräftigen Flügelschlägen hob Pepino ab, gewann schnell an Höhe und verschwand im weiten hohen Sommerhimmel. Pepina wollte es ihrem Bruder gleichtun, aber sie war noch nicht fit für ein Leben im Dauerflug. Nach einer weiteren Untersuchung stellte sich nun heraus, dass sich Pepina nach dem Sprung aus ihrer Bruthöhle beim Aufprall auf den Asphalt auch Gelenkverletzungen zugezogen hatte. Dem jungen Alpensegler-Weibchen würde nur viel Zeit und weitere Pflege helfen. Zweimal täglich trainierte man vorsichtig Pepinas Flugmuskulatur und mobilisierte ihre Gelenke. Artgerechte Nahrung und Vitaminkomplexe halfen ihr, langsam weiter Gewicht und Kraft aufzubauen. Sie machte Tag für Tag zwar kleine Fortschritte, doch während am Himmel über Zürich Alpensegler-Artgenossen ihre Flugbahnen zogen, blieb Pepina in der Pflegebox zurück.
Pepina wird gefüttert © Seglerrettung Rümlang
Pepina beim Flugtraining © Seglerrettung Rümlang
Alpensegler sind ausgesprochen gesellige Vögel, aber für eine Freilassung war Pepina noch immer nicht fit genug. Es wurde daher beschlossen, gemeinsam mit Pepina in Rümlang zu überwintern und auf den nächsten Frühling zu warten.
Der Stations-Alltag bestand aus regelmässigen Fütterungen und täglichem Flugtraining. Zur grossen Freude wurden Pepinas Flügelschläge mit jedem Flugtraining kräftiger.
Mitte Mai, als ihre Artgenossen aus den südlichen Überwinterungsgebieten zurückgekehrt waren, kam der Moment der Wahrheit: Pepina sass ruhig auf der zum Himmel gestreckten Hand von Silvia Volpi, öffnete dann ihre schlanken Flügel… und startete mit kräftigen Flügelschlägen!
Erfolgreicher Start von Pepina © Seglerrettung Rümlang
Beglückende Momente wie die Freilassung von Pepina bedeuten für die Segler-Retterinnen alles.
Für die kommenden Monate rechnen wir erneut mit bis zu 500 verletzten oder geschwächten Seglern.
Jeder in der Seglerklinik gesund gepflegte und wieder in die Freiheit entlassene Mauer- und Alpensegler kann zukünftig mit erfolgreicher Brut und Jungenaufzucht die Bestände dieser in der Schweiz zunehmend bedrohten Vogelarten stärken.
Bitte helfen Sie dem ehrenamtlichen Segler-Rettungsteam in Rümlang mit Ihrer tatkräftigen Spende. Vielen Dank!
Ältere Projekte des Monats finden Sie im Archiv
Information zum Bild in der Überschriftenleiste:
«Ein Mauersegler- und zwei Alpenseglerküken warten kuschelnd auf ihre Fütterung © Seglerrettung Rümlang»
Ein junger Schmutzgeier wird im Südosten Siziliens geschwächt entdeckt. Dank gut vernetzter Menschen, schneller Hilfe und monatelanger Pflege konnte er erfolgreich ausgewildert werden. Mehr dazu lesen Sie hier... mehr Informationen
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