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Spendenprojekt
Mai / Juni 2020
Luftakrobaten in Not!
Immer mehr schlimme Ge-
fiederschäden bei Seglern
wegen tierquälerischer
Vogelabwehrmassnah-
men. In der Segler-
Rettungsstation retten
Silvia Volpi und ihr Team
die traumatisierten Tiere –
über 400 im Jahr!



Silvia Volpi mit verwaisten Seglerkindern © SPA CH

Bereits im Januar machte
sich Silvia Volpi, Segler-
schützerin und schweizweit
die Expertin für die Reha-
bilitierung von verletzten
Mauer- und Alpenseglern,
in ihrer Station in Rümlang
(ZH) an die Vorbereitungen
für die Ende April startende
Seglerpflegesaison.
Dutzende Seglerboxen
mussten bereitgestellt und
beschriftet werden und die
erste Lieferung von Nah-
rungsgrillen vorbereitet und
eingefroren werden. Auch
der Leiterin der Segler-
Rettungsstation macht die
Pandemie-Situation zu
schaffen. Hygienematerial
konnte sie unter Mühe und
Not noch genügend besor-
gen. Doch die eigentliche
Herausforderung bringt die
Organisation der Rettungs-
arbeit in der Station mit.


Die ersten Patienten sind die früher zurückkehrenden Alpensegler © Silvia Volpi

Doch Silvia Volpi lässt sich
nicht unterkriegen. Auf-
opfernd und unter grossen
Herausforderungen zu
arbeiten, ist für Silvia Volpi
nichts Neues. Seit 22 Jah-
ren nimmt sie bereits ver-
letzte, kranke oder verwaiste
Mauer- und Alpensegler auf
und pflegt zusammen mit
ehrenamtlich engagierten
Menschen die allermeisten
von ihnen wieder gesund.
410 Segler waren es 2019
(!). 370 von ihnen, plus
1 Ziegenmelker und 9
Schwalben, konnten wieder
in die Freiheit entlassen
werden.


Mauer- und Alpenseglerpatienten in der Rettungsstation in Rümlang (ZH) © Silvia Volpi

Was hingegen Silvia Volpi
grosse Sorgen bereitet, ist
die Einlieferung von Mauer-
seglern mit schwersten
Gefiederschäden wegen
der vermehrten Anwendung
tierquälerischer Vogelab-
wehrpasten. Gedankenlos
schmieren Menschen die-
sen auch als Taubenpaste
bekannten Kleber u.a. vor
Dacheinschlüpfe, hinter
denen die Mauersegler ihre
Bruthöhlen haben. Zwangs-
läufig geraten sie in die
Paste und verkleben sich
ihr Gefieder. Auch andere
Siedlungsvögel wie Haus-
rotschwanz oder Amsel er-
wischt es. Eine grausame
und zudem tierschutz-
widrige Methode, sich sei-
ner Mitlebewesen zu ent-
ledigen!


Mauersegler mit Gefiederschaden und fehlenden Steuerfedern
© Silvia Volpi

Segler sind ausgeprägte
Luft-Lebewesen. Intaktes
Gefieder entscheidet über
Leben und Tod. Diejenigen
Vögel, die von tierlieben
Menschen gefunden und
rechtzeitig in die Segler-
Rettungsstation nach
Rümlang (ZH) gebracht
werden, haben in den
Händen der Seglerexpertin
Silvia Volpi und ihrem
kompetenten Helferteam
gute Überlebenschancen.
Liebevoll werden die Segler
gepflegt, bis ihnen neue,
intakte Federn nachge-
wachsen sind oder es
werden in einer schweiz-
weit einmaligen Gefieder-
sanierungs-Arbeit die ka-
putten Federn durch intakte
von verstorbenen Artgenos-
sen ersetzt. Die langjährige
Helferin Christina Birolini
beherrscht diese Technik
des «Schiftens» und hat
letztes Jahr dadurch 25
Seglern ein zweites Leben ermöglicht.


Viele der Seglerpatienten sind verwaiste Jungsegler
© Silvia Volpi


Die meisten Seglerpatien-
ten sind jedoch verwaiste
Jungvögel. Häufig verloren
sie ihre Eltern durch men-
schengemachte Gefahren.
Während der zunehmen-
den sommerlichen Hitze-
extreme in der Schweiz,
springen zudem auch viele
Jungsegler aus ihren Höh-
len, um dem Hitzetod zu
entkommen. Diese Jung-
segler brauchen für ein
gesundes Heranwachsen
regelmässig artgerechtes
Futter. Für Silvia Volpi be-
deutet dies, früh morgens
um 4.00 Uhr anfangen und
um Mitternacht die letzten
Nahrungsgrillen verfüttern.


Mauersegler im Flug
© Klaus Roggel


Die Segler-Rettung ist
eine anspruchsvolle und
aufopfernde Arbeit und
ohne die Spendenhilfe von
tierlieben Menschen nicht
zu bewältigen. Allein die
Nahrungsgrillen kosten
pro Jahr rund 12´000 Fran-
ken. Ihre Spende, ob gross
oder klein, hilft die Arbeit
der Segler-Rettungssta-
tion zu sichern und über
400 Seglern pro Jahr ein
zweites Leben zu schen-
ken. Danke!


Bei hilflos oder verletzt auf-
gefundenen Seglern erhal-
ten Sie unter der Notruf-Nummer 079 663 71 84
Auskunft.

> zum Flyer hier anklicken
 
Projekte
 
Unsere internationalen Vogelschutzcamps auf Zypern retten jedes Jahr zigtausende bedrohte Zugvögel von mehr als 40 Vogelarten.
 

Zypern, Südküste

Auf der "Sonneninsel Zypern" respektieren tausende Vogelfänger und Jäger selbst zu den Vogelzugzeiten im Frühjahr und Herbst jeden Jahres weder geltendes Recht noch Gesetz und morden illegal hunderttausendfach streng geschützte Singvögel auf ihrem Vogelzug in die afrikanischen Überwinterungsgebiete und auf dem Rückflug aus dem Süden zu uns nach Mittel- und Nordeuropa.


Bienenfresser als Leimrutenopfer

Maskenwürger an Leimrute


Mönchsgrasmücke gefangen an Leimrute

Die international arbeitende Vogel-
schutzorganisation "Komitee gegen
den Vogelmord e.V., Bonn/Deutsch-
land" schätzt die Zahl der jährlich
auf Zypern gefangenen und ge-
töteten Singvögel auf über 2.5
Millionen! Die Rücksichtslosigkeit
und Tierquälerei beim illegalen
Vogelfang ist unbeschreibbar und
solange die Vogelwilderer mit ihrer
gefiederten Beute hohe Profite
machen, wird selbst vor streng
geschützten Singvogelarten nicht
halt gemacht. Nach Jahren der
offiziellen Leugnung des massiven
illegalen Vogelfangs wurde von
zypriotischen Politikern der jährlich
stattfindende massenhafte Vogel-
mord im Januar 2011 erstmals als
lukratives Geschäft der organi-
sierten Kriminalität eingestuft.
Der Umsatz mit illegal getöteten
Zugvögeln wird auf 15 Millionen
Euro pro Jahr geschätzt.
 
 


gemordete Mönchsgrasmücken


zypriotische Spezialität Ambelopoulia


gebratene Grasmücken


tiefgefrorene Mönchsgrasmücken


Singvögel als Opfer der Profitgier

Sie haben richtig gelesen:

Pirole, Bienenfresser, Nachtigallen,
Mönchsgrasmücken, Gartengras-
mücken, Grauschnäpper, Rot-
schwänzchen und selbst Kuckucke
gehen auf Zypern durch die Hölle,
weil tausende zypriotische "Fein-
schmecker" und leider zunehmend
auch Touristen und "geschlossene
Gesellschaften" weltweit - auf die
zypriotische Spezialität "Ambelo-
poulia" trotz strengem Verbot nicht
verzichten wollen!

Nicht nur Feinschmecker schwören
auf "Ambelopoulia" - die traditio-nelle Singvogel-Speise auf Zypern. Auch Teile der Bevölkerung schwören auf die winzigen Happen
von wenigen Gramm Gewicht,
deren Geschmack angeblich
betörend sein soll. Tausende
Zyprioten genehmigen sich
zumindest gelegentlich - z.B.
zu Festen und Feiertagen - das
Gericht, bei dem nach Gemüse und
Meeresfrüchten als Höhepunkt drei
oder vier Grasmücken auf den
Tisch kommen. Und sie sind bereit,
für das karge Mahl mehr als 40
Euro hinzublättern! Die Fänger
selbst erhalten rund 4 Euro pro
Singvogel, steuerfrei und bar auf die Hand.

An guten Tagen erbeuten die
Vogelwilderer bis zu 100 Singvögel - kein Wunder also, dass die Land-
schaft gespickt ist mit Fanggeräten,
an denen elektronische Lock-
anlagen Tag und Nacht Vogel-
gesang abspielen um die Zugvögel
in den Tod zu locken. Die Polizei
spricht wegen der Gewinnspannen
schon vom "Kaviar des 21. Jahr-
hunderts" und fürchtet inzwischen
die professionellen Wildererban-
den. Diese schrecken nicht vor
Gewalt zurück, wenn sie ihr lukra-
tives Geschäft gefährdet sehen.
Das haben auch schon Vogel-
schützer der Vogelschutzcamps
zu spüren bekommen,die mehr
als einmal tätlich angegriffen und
verletzt wurden.

Nachfrage nach den gesottenen
Vögeln erhalten die zypriotischen
Tavenen und Restaurants zuneh-
mend auch aus dem Tourismus:
Insbesondere russische Gäste
haben "Ambelopoulia" in letzter Zeit
für sich entdeckt und fragen immer
öfter nach dem illegalen Gericht.

 
Das sind die illegalen Vogelfangmethoden: Alle diese unselektiven Vogelfang- und Tötungsmethoden sind nach der EU–Vogelschutzrichtlinie 79/409/EWG vom 2. April 1979 ausdrücklich verboten und auch die Republik Zypern hat diese EU-Vogelschutzrichtlinie mit dem EU-Beitrittsabkommen ratifiziert! Allein – bis heute fehlt hier der politische Wille, diese Richtlinie konsequent durchzusetzen.
 


Beobachtung einer Netzfanganlage


Einsammeln von Leimruten


Singvogelbefreiung aus Fangnetz


Leimrutenzerstörung
 

In Kooperation mit unseren Freun-
den vom "Komitee gegen den
Vogelmord e.V." und Mitarbeitern
und Förderern der Stiftung Pro
Artenvielfalt Deutschland unter-
stützen wir jeweils im Frühjahr
und Herbst jeden Jahres das Vogelschutz-Camp an der Süd-
küste der Republik Zypern, an
dem Vogelschützer aus Italien,
Deutschland, der Schweiz und Grossbritannien teilnehmen.

Die Vogelschützer suchen am Tag
und teils auch in der Nacht die
Küstenbereiche und angrenzenden
Berghänge nach aufgebauten
illegalen Leimruten, Vogelfang-
netzen und elektronischen Vogel-
stimmen-Lockgeräten mit Netzfang-
anlagen ab und halten in Restau-
rants, Lebensmittelgeschäften und
Metzgereien nach illegal angebo-
tenen Singvögeln Ausschau. Leim-
ruten, Fangnetze elektronische
Vogelstimmen-Lockgeräte werden
nach Absprache mit örtlichen Poli-
zeibehörden abgebaut und vernich-
tet. Vogelfanganlagen in eingezäun-
ten Privatgärten werden an die ört-
liche Polizei gemeldet und Straf-
anzeige erstattet.

Aus eigener leidvoller und schmerz-
hafter Erfahrung wissen wir, dass
der Einsatz auf Zypern nicht ganz
ungefährlich ist und so lassen wir
seit 2011 unsere operativen Vogel-
schützerteams zusätzlich von pri-
vatem Sicherheitspersonal beglei-
ten.
 

In eigener Sache:

Alle unsere Vogelschutzcamps
in den Ländern Südeuropas
führen wir unter strikter Beach-
tung der geltenden nationalen
Gesetze durch. Unsere Aktionen
sind jeweils vorab mit den
Landes- und Regionalregierun-
gen und den örtlichen Polizei-
dienststellen abgestimmt!

Befreiung eines Berglaubsängers von Leimrute
 
Während der Vogelschutzcamps halten wir engen Kontakt mit den lokalen Polizeibehörden. Seit 2012 werden unsere Vogelschützer von Polizeikräften der "Anti-Wilderer-Einheit" APS vor Ort unterstützt.
 
Polizeieinsatz zum Fangnetzabbau

Die Kosten für An- und Abreise, Unterkunft und Geländefahrzeuge, ergänzende Ausrüstung und Versicherungen für einen dreiwöchigen Einsatz von bis zu 20 Vogelschützern betragen ca. 28.100,00 Franken. Bitte unterstützen Sie unsere Zugvogel-Rettungsaktionen auf Zypern mit Ihrer Spende!

Den aktuellen Abschlussbericht finden Sie hier:

Zypern Vogelschutzcamp-Report Winter 2016 / 2017 (PDF-Datei)
 


Prospekt: "Grausame Vogelfänger
morden Millionen unserer Singvögel!" (PDF-Datei)

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