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Spendenprojekt
November 2019
Viele Igel verzweifelt auf der Suche nach Nahrung!


Jungigel in Rettungsstation
© SPA CH


Die Temperaturen werden
spürbar kühler und die Tage
beginnen vielerorts neblig
und ungemütlich, wir haben
November. Für unseren
geliebten kleinen Stachel-
ritter, den Igel, bedeutet
dies, dass es ist Zeit wird
für den Winterschlaf. Doch
viele Igel haben gar nicht
genügend Fettpolster, dass
sie den Winterschlaf über-
leben würden und irren
noch verzweifelt umher auf
der Suche nach Nahrung.
Jungigel mit weniger als
750 g Körpergewicht haben
zu Winterbeginn schlechte
Überlebenschancen.


Jungigel im Gras © SPA CH

Die auf Insektennahrung
angewiesenen Säugetiere
ziehen sich in den Winter-
schlaf zurück, wenn diese
Energielieferanten mit Ein-
treten des Winters ver-
schwinden und es nichts
mehr zu essen gibt. Der
lange Winterschlaf dauert
für gewöhnlich von Novem-
ber bis April. Diesen ohne
genügend Fettpolster zu
überleben ist schier un-
möglich.


Spätgeborene Igel schaffen es ohne helfende Hände nicht durch den Winter © SPA CH

Des Menschen rücksichts-
loser Umgang mit der
Natur – das Nicht-Dulden
von Wildblumen und
Sträuchern, naturnahen
Gärten, Büschen und
Hecken und das Streuen
von Gift gegen Schnecken
und Insekten – nehmen
dem Igel seine Nahrung.
Diese Geringschätzung
der Natur lässt den Igel
verhungern!
Etliche Igel werden dieser
Tage verzweifelt noch nach
Nahrung suchen, weil ihre
Fettreserven nicht ausrei-
chen. Bis zu 40 % Körper-
gewicht verlieren die Igel
während des Winterschlafs.
Spätgeborene Jungigel und
ausgehungerte Igelmütter
trifft es am schwersten.


Igelpflegling in Geborgenheit
© SPA CH

Durch Mangelernährung
geschwächte Igel werden
zusätzlich auch sehr häufig
krank. Viele dieser Igel
haben keine Chance, den
Winter zu überstehen, gäbe
es nicht auch Menschen,
die ihr Herz weit für diese
wunderbaren Wildtiere ge-
öffnet haben. Die Stations-
leiterinnen Danielle Lenzin,
Evelyne Noser, Allison
Schulz und Ingrid Furrer von
den Igel-Rettungsstationen
in den Kantonen Aargau,
Luzern und Wallis leisten
zusammen mit ihren ehren-
amtlichen Helferteams
einen unermüdlichen Ein-
satz zur Rettung dieser
kranken, ausgehungerten
und verletzten Tiere.


Am Auge verletzter Igel © SPA CH

Die Igelpfleglinge werden in
den Igel-Rettungsstationen fachkompetent und liebevoll wieder aufgepäppelt. Zunächst werden sie mit kostspieligem Spezialfutter aufgepäppelt und eine
anschliessende tiermedi-zinische Notversorgung
wird meist erforderlich.
Oftmals müssen die Igel
wegen Lungen- oder
Darmwürmern behandelt
werden. Nach erfolgreicher
Behandlung, können die
Igel-Patienten aber nicht
gleich wieder in den Winter-
schlaf, die Tiermedizin
muss zuerst wieder von den
geschwächten Igelkörpern
ausgeschieden werden,
sonst vergiftet sich der Igel
im Winterschlaf.


Igel-Winterpflegling © SPA CH

Dies bedeutet für unsere
selbstlosen «Igelmütter»
in den Igel-Rettungs-
stationen eine intensive
24 Stunden Betreuung und
Pflege. Hier wird im Winter
keineswegs geruht, son-
dern die Wintersaison ist
für die Igelretterinnen und
ihre Helferteams ebenfalls
eine strapaziöse und finan-
ziell stark belastende Jahreszeit.

2018 haben unsere «Igelmütter» knapp 1’000 Igeln ein zweites Leben geschenkt. Schon jetzt zeichnet es sich ab, dass es bis Ende dieses Jahr nochmals mehr werden und alle vier von uns geförderten Stationen werden alle 171 Igel-Pflegeboxen durchgängig belegt haben. Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende, dass wir den Igel-Rettungsstationen auch dieses Winterhalbjahr eine etwas sorglosere und uneingeschränkte Igel-Rettungsarbeit bei der monatelangen Betreuung ermöglichen können!

Bei Igel-Notfällen erhalten Sie Auskunft unter der Nummer 079 699 66 25. Wichtige und interessante Informationen finden Sie in unserer neuen Igel-Fibel.

 
Projekte
 
Unsere internationalen Vogelschutzcamps auf Zypern retten jedes Jahr zigtausende bedrohte Zugvögel von mehr als 40 Vogelarten.
 

Zypern, Südküste

Auf der "Sonneninsel Zypern" respektieren tausende Vogelfänger und Jäger selbst zu den Vogelzugzeiten im Frühjahr und Herbst jeden Jahres weder geltendes Recht noch Gesetz und morden illegal hunderttausendfach streng geschützte Singvögel auf ihrem Vogelzug in die afrikanischen Überwinterungsgebiete und auf dem Rückflug aus dem Süden zu uns nach Mittel- und Nordeuropa.


Bienenfresser als Leimrutenopfer

Maskenwürger an Leimrute


Mönchsgrasmücke gefangen an Leimrute

Die international arbeitende Vogel-
schutzorganisation "Komitee gegen
den Vogelmord e.V., Bonn/Deutsch-
land" schätzt die Zahl der jährlich
auf Zypern gefangenen und ge-
töteten Singvögel auf über 2.5
Millionen! Die Rücksichtslosigkeit
und Tierquälerei beim illegalen
Vogelfang ist unbeschreibbar und
solange die Vogelwilderer mit ihrer
gefiederten Beute hohe Profite
machen, wird selbst vor streng
geschützten Singvogelarten nicht
halt gemacht. Nach Jahren der
offiziellen Leugnung des massiven
illegalen Vogelfangs wurde von
zypriotischen Politikern der jährlich
stattfindende massenhafte Vogel-
mord im Januar 2011 erstmals als
lukratives Geschäft der organi-
sierten Kriminalität eingestuft.
Der Umsatz mit illegal getöteten
Zugvögeln wird auf 15 Millionen
Euro pro Jahr geschätzt.
 
 


gemordete Mönchsgrasmücken


zypriotische Spezialität Ambelopoulia


gebratene Grasmücken


tiefgefrorene Mönchsgrasmücken


Singvögel als Opfer der Profitgier

Sie haben richtig gelesen:

Pirole, Bienenfresser, Nachtigallen,
Mönchsgrasmücken, Gartengras-
mücken, Grauschnäpper, Rot-
schwänzchen und selbst Kuckucke
gehen auf Zypern durch die Hölle,
weil tausende zypriotische "Fein-
schmecker" und leider zunehmend
auch Touristen und "geschlossene
Gesellschaften" weltweit - auf die
zypriotische Spezialität "Ambelo-
poulia" trotz strengem Verbot nicht
verzichten wollen!

Nicht nur Feinschmecker schwören
auf "Ambelopoulia" - die traditio-nelle Singvogel-Speise auf Zypern. Auch Teile der Bevölkerung schwören auf die winzigen Happen
von wenigen Gramm Gewicht,
deren Geschmack angeblich
betörend sein soll. Tausende
Zyprioten genehmigen sich
zumindest gelegentlich - z.B.
zu Festen und Feiertagen - das
Gericht, bei dem nach Gemüse und
Meeresfrüchten als Höhepunkt drei
oder vier Grasmücken auf den
Tisch kommen. Und sie sind bereit,
für das karge Mahl mehr als 40
Euro hinzublättern! Die Fänger
selbst erhalten rund 4 Euro pro
Singvogel, steuerfrei und bar auf die Hand.

An guten Tagen erbeuten die
Vogelwilderer bis zu 100 Singvögel - kein Wunder also, dass die Land-
schaft gespickt ist mit Fanggeräten,
an denen elektronische Lock-
anlagen Tag und Nacht Vogel-
gesang abspielen um die Zugvögel
in den Tod zu locken. Die Polizei
spricht wegen der Gewinnspannen
schon vom "Kaviar des 21. Jahr-
hunderts" und fürchtet inzwischen
die professionellen Wildererban-
den. Diese schrecken nicht vor
Gewalt zurück, wenn sie ihr lukra-
tives Geschäft gefährdet sehen.
Das haben auch schon Vogel-
schützer der Vogelschutzcamps
zu spüren bekommen,die mehr
als einmal tätlich angegriffen und
verletzt wurden.

Nachfrage nach den gesottenen
Vögeln erhalten die zypriotischen
Tavenen und Restaurants zuneh-
mend auch aus dem Tourismus:
Insbesondere russische Gäste
haben "Ambelopoulia" in letzter Zeit
für sich entdeckt und fragen immer
öfter nach dem illegalen Gericht.

 
Das sind die illegalen Vogelfangmethoden: Alle diese unselektiven Vogelfang- und Tötungsmethoden sind nach der EU–Vogelschutzrichtlinie 79/409/EWG vom 2. April 1979 ausdrücklich verboten und auch die Republik Zypern hat diese EU-Vogelschutzrichtlinie mit dem EU-Beitrittsabkommen ratifiziert! Allein – bis heute fehlt hier der politische Wille, diese Richtlinie konsequent durchzusetzen.
 


Beobachtung einer Netzfanganlage


Einsammeln von Leimruten


Singvogelbefreiung aus Fangnetz


Leimrutenzerstörung
 

In Kooperation mit unseren Freun-
den vom "Komitee gegen den
Vogelmord e.V." und Mitarbeitern
und Förderern der Stiftung Pro
Artenvielfalt Deutschland unter-
stützen wir jeweils im Frühjahr
und Herbst jeden Jahres das Vogelschutz-Camp an der Süd-
küste der Republik Zypern, an
dem Vogelschützer aus Italien,
Deutschland, der Schweiz und Grossbritannien teilnehmen.

Die Vogelschützer suchen am Tag
und teils auch in der Nacht die
Küstenbereiche und angrenzenden
Berghänge nach aufgebauten
illegalen Leimruten, Vogelfang-
netzen und elektronischen Vogel-
stimmen-Lockgeräten mit Netzfang-
anlagen ab und halten in Restau-
rants, Lebensmittelgeschäften und
Metzgereien nach illegal angebo-
tenen Singvögeln Ausschau. Leim-
ruten, Fangnetze elektronische
Vogelstimmen-Lockgeräte werden
nach Absprache mit örtlichen Poli-
zeibehörden abgebaut und vernich-
tet. Vogelfanganlagen in eingezäun-
ten Privatgärten werden an die ört-
liche Polizei gemeldet und Straf-
anzeige erstattet.

Aus eigener leidvoller und schmerz-
hafter Erfahrung wissen wir, dass
der Einsatz auf Zypern nicht ganz
ungefährlich ist und so lassen wir
seit 2011 unsere operativen Vogel-
schützerteams zusätzlich von pri-
vatem Sicherheitspersonal beglei-
ten.
 

In eigener Sache:

Alle unsere Vogelschutzcamps
in den Ländern Südeuropas
führen wir unter strikter Beach-
tung der geltenden nationalen
Gesetze durch. Unsere Aktionen
sind jeweils vorab mit den
Landes- und Regionalregierun-
gen und den örtlichen Polizei-
dienststellen abgestimmt!

Befreiung eines Berglaubsängers von Leimrute
 
Während der Vogelschutzcamps halten wir engen Kontakt mit den lokalen Polizeibehörden. Seit 2012 werden unsere Vogelschützer von Polizeikräften der "Anti-Wilderer-Einheit" APS vor Ort unterstützt.
 
Polizeieinsatz zum Fangnetzabbau

Die Kosten für An- und Abreise, Unterkunft und Geländefahrzeuge, ergänzende Ausrüstung und Versicherungen für einen dreiwöchigen Einsatz von bis zu 20 Vogelschützern betragen ca. 28.100,00 Franken. Bitte unterstützen Sie unsere Zugvogel-Rettungsaktionen auf Zypern mit Ihrer Spende!

Den aktuellen Abschlussbericht finden Sie hier:

Zypern Vogelschutzcamp-Report Winter 2016 / 2017 (PDF-Datei)
 


Prospekt: "Grausame Vogelfänger
morden Millionen unserer Singvögel!" (PDF-Datei)

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