Logo Stiftung Pro Artenvielfalt - Die Nothelfer für bedrohte TierartenArtenschutzturm Wünschendorf / ElsterRauchschwalbe (hirundo rustica)Blütenreiche WildblumenwieseJunge Wildkatze (felis silvestris)
Spendenprojekt
Januar / Februar 2020
Viele spätgeborene Jungigel-Winterpatienten sorgen für überfüllte Igel-Rettungsstationen


Jungigel im Gras © SPA CH

Immer weniger Igel über-
leben in Schweizer Sied-
lungsgebieten. Gründe
dafür sind der anhaltende
Bauboom und der Schwund
von naturbelassenen Parks
und Gärten. Besonders
letztes Jahr hatten die auf
Insektennahrung angewie-
senen Stacheltiere viel
auszuhalten, denn auch
das Wetter setzte ihnen zu.
Der Wintereinbruch im Mai
bescherte den erst kurz
zuvor aus dem Winterschlaf
erwachten Igeln «leere
Teller». Bei schneebedeck-
tem, frostigem Boden und
eisigen Temperaturen
fanden unzählige Igel kein
Futter und die erste grosse
Welle von unterernährten
und kranken Igeln erreichte
die von uns geförderten
Igel-Rettungsstationen.


Igelkinder bei Fütterung mit igelgerechter Säuglingsmilch
© SPA CH


Anschliessend kamen viele
Igel durch die gründlichst
und häufig praktizierte
Frühjahrsmahd unter die
Messer der effizient arbei-
tenden Mähwerkzeuge.
Somit traf die nächste Wel-
le von stark verletzten Igeln
in den Stationen ein. Viele
verletzte Muttertiere, die
bereits ihre Brut in den
meist nur noch spärlich
aufzufindenden Strauch-
und Heckenvegetationen
behüteten, waren unter
den eingelieferten Notfall-
Patienten. Folglich kam es
zu verwaisten oder eben-
falls durch die Rasenmäher
verletzten Igelbabys. Es war
ein sehr kräftezehrendes
erstes Halbjahr mit den
vielen hilfebedürftigen Igel-
kindern, die in intensiver
Pflegearbeit von Hand mit
spezieller Tiersäuglings-
nahrung gefüttert werden
mussten, berichteten un-
sere «Igelmütter» unisono.


Geschwächter Igelpatient wird behutsam umsorgt © SPA CH

Wissend, dass der Herbst die eigentliche Hochsaison der Igelpflegefälle ist,
machten sich die Stations-
leiterinnen auf viele weitere
Igelpatienten gefasst. Neue
Igelboxen wurden gekauft
und eingerichtet, denn
durch die markant erhöhte
Anzahl eingelieferter Igel
waren bereits alle Not-
boxen besetzt. Igelretterin
und Stationsleiterin Evelyne
Noser der Igel-Rettungs-
station in Ebikon/LU mus-
ste gar ihre geliebten Hüh-
ner aufgeben, um einen
weiteren Raum für noch
mehr Igelboxen und
-patienten schaffen zu können.


Evelyne Noser in der überfüllten Igel-Rettungsstation in Ebikon/LU © SPA CH

Das unermüdliche Enga-
gement der selbstlosen
«Igelmütter» und ihrer
Helferinnen und Helfer ist
nicht selbstverständlich.
Trotz höchster Belastung
nehmen die Frauen un-
beirrt jeden Igel in Not auf
und geben den ansonsten
totgeweihten kleinen
Stachelrittern eine zweite
Lebenschance und leisten
damit einen wichtigen Bei-
trag zum Schutz und Erhalt
der Artenvielfalt. Im Jahr
2018 haben die Igel-
Rettungsstationen von
Evelyne Noser (LU),
Danielle Lenzin (AG),
Allison Schulz (AG) und
Ingrid Furrer (VS) gesamt-
haft 1’120 Igel aufgenom-
men. 2019 waren es bereits 25 % mehr!


Igelpatient in Behandlung
© SPA CH


Alarmierend war im Jahr
2019 die Einlieferung der
unfassbar vielen Igelkinder
im Spätherbst bis Anfang
Dezember, die teilweise
noch im Säuglingsalter
waren. Die Igelmütter hat-
ten ihre Kinder verlassen
müssen, sonst hätten sie
für sich selbst nicht mehr
genügend Nahrung für die
Winter-Fettreserven finden
können und hätten es nicht
bis zum nächsten Frühling
geschafft.


Überwinterungspflegling
© SPA CH


Derzeit werden über 200
Igelpatienten in den Statio-
nen und in externer Pflege
(begleiteter Winterschlaf)
betreut und behandelt.
Dabei schlafen die meisten
Igelpatienten nicht. Drei-
viertel der Igel sind wach,
die intensive Arbeit geht im
Winter folglich weiter, wobei
ebenso stets ein wachsa-
mes Auge auf die schlafen-
den Igel zu halten ist.

Die Igel-Rettungsstationen
sind völlig überlastet. 2018
wurden gesamthaft 1’120
Igelpatienten aufgenom-
men. 2019 waren es be-
reits 25 % mehr. Unsere
unermüdlichen «Igelmüt-
ter» und ihre treuen Helfer-
teams brauchen jede
finanzielle Unterstützung.
Bitte helfen Sie uns mit
Ihrer Spende
, dass wir den
Igel-Rettungsstationen die
Fortführung dieser wichti-
gen Igelschutzarbeit un-
eingeschränkt ermögli-
chen können!

Bei Igel-Notfällen erhalten
Sie Auskunft unter der
Nummer 079 699 66 25.
Wichtige und interessante
Informationen finden Sie
in unserer neuen Igel-Fibel.



Klicken Sie bitte auf das
oben stehende Bild mit
Videolink, um einem Jung-
igel bei ersten Nestbau-
übungen in einer von uns
geförderten «Igel-Rettungs-
station» zuzuschauen.
 
Projekte

Karte Europa Zugvogelrouten Vogelschutzcamps
Bitte klicken Sie die Standorte an,
um zu den Projektseiten zu gelangen!

Prospekt: "Grausame Vogelfänger
morden Millionen unserer Singvögel!" (PDF-Datei)

Hier können Sie sich kostenlos die Adobe Reader Software herunterladen, um PDF-Dateien zu betrachten:

Zurück zur Projektübersicht