Zugvogelschutz-Projekt: Vogelschutzcamps Zakynthos (GR) |
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Die Mittelmeerinsel Zakynthos ist für Zugvögel, die auf der östlichen Zugroute Europas ziehen – insbesondere für die im Frühjahr geschützte Turteltaube – auf ihrer kräftezehrenden Rückkehr aus den Überwinterungsgebieten in Afrika ein wichtiger Zwischenstopp. Die Insel zieht leider nicht nur verschiedene Zugvögel an, sondern auch viele illegale Vogeljäger, teils sind es Einheimische und teils Wilderei-Touristen, die extra anreisen, um auf geschützte Arten wie Pirol, Bienenfresser, Kuckuck, Mauersegler und viele weitere Arten zu schiessen. Das grosse Töten beginnt meist Mitte April, wenn der Vogelzug zunimmt. Im Frühjahr sind praktisch alle Arten streng geschützt, weil dann die Brutzeit der meisten Zugvogelarten ist, somit ist jeder Schuss illegal und die hört man über die ganze Insel. Leider mussten wir feststellen, dass die verantwortlichen Behörden derzeit eher noch auf beiden Ohren taub sind.
Angeschossener Mauersegler © Komitee gegen den Vogelmord
Illegal getöteter Priol und Bienenfresser © Komitee gegen den Vogelmord
Um zu verhindern, dass weiterhin Tausende geschützte Vögel auf dieser Insel sterben müssen, sind jeweils ab Anfang April bis in den Mai etwa zehn Vogelschützerinnen und Vogelschützer in mehreren Einsatz-Teams in verschiedenen Gebieten der griechischen Insel Zakynthos im Frühjahrs-Zugvogelschutz-Einsatz. Gemeinsam mit unseren Freunden vom Komitee gegen den Vogelmord versuchen wir die verantwortlichen lokalen Behörden dazu zu bewegen, ihrer Arbeit für die sie aus dem Staatshaushalt bezahlt werden, auch nachzugehen. Dies gelingt uns in kleinen Schritten, auch dank der polizeilichen Hilfe vom griechischen Festland und der internationalen Berichterstattung in den Medien. Die von uns gesammelten handfesten Beweise lassen vor Gericht keine Fragen gegen das unmoralische und illegale Töten von Zugvögeln auf der griechischen Insel offen. Um diese ehrenamtliche Arbeit zu leisten, müssen sich unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer immer wieder gegen Beschimpfungen, mutwillige Zerstörung unseres Equipments und teils sogar physische Gewalt behaupten.
Illegal errichteter Schiessstand © Komitee gegen den Vogelmord
Ein Wilderer mit Gewehr in einem illegalen Jagdansitz © Komitee gegen den Vogelmord
Die Vogelmörder von Zakynthos sind praktisch nur im Frühjahr zu überführen. Im Herbst ist offizielle Jagdsaison in Griechenland und es ist unmöglich zu dokumentieren, ob auf jagdbare oder geschützte Arten geschossen wird. Zumal die Wilderer auch genau wissen, welche Arten geschützt sind und diese nach Abschuss sofort verstecken. Gelegentlich finden wir verletzte Vögel am Boden, die wir dann zu einem Tierarzt bringen – meist können sie dann nur noch erlöst werden.
Turteltauben und manche Singvögel werden häufig für den Verzehr verwertet, während Greifvögel oft nur zum «Vergnügen» abgeschossen werden.
In Keri Zakynthos GR sichergestellte Turteltauben und im Wald versteckte Waffe inkl. Munition © Komitee gegen den Vogelmord
Um unsere Einsatzteams vor den aggressiven Vogeljägern zu schützen, arbeiten wir meist in der Nacht, damit wir ungesehen und vor den Wilderern in die Brennpunkte der illegalen Vogeljagd gelangen und dort dann gerichtsfeste Beweise sammeln und die Wildhut und Polizei mittels Live-GPS-Daten aufbieten, damit die Wilderer verhaftet werden. Erscheint die lokale Wildhut oder Polizei nicht oder werden die Wilderer nicht an der Flucht gehindert, wird auch dies dokumentiert und an die nächst höher Instanz rapportiert. Nur so können wir zwar langsam aber stetig eine Verbesserung für die Zugvögel herbeiführen, die nichtsahnend diese Insel ansteuern und ins Verderben fliegen. Jeder Vogel, der im Frühjahr nicht sein Brutgebiet bei uns in Mitteleuropa oder gar in Nordeuropa erreicht, kann nicht durch Brut zum Erhalt seiner Art beitragen, folglich nehmen die Bestände etlicher Vogelarten stetig ab – dies gilt es mit aller Kraft zu verhindern!
Durch stetige Medienmitteilungen halten wir den Druck auf die verantwortlichen Behörden und die Wilderer hoch und machen die Bevölkerung auf die Problematik aufmerksam. Denn auch viele Einheimische sind mit diesen illegalen Praktiken nicht einverstanden und setzen auf einen friedlichen und nachhaltigen Tourismus und nicht auf schiesswütige Kriminelle.
Zur Brutzeit abgeschossene Turteltaube und frische Patronenhülsen © Komitee gegen den Vogelmord
Vogelschützerin beobachtet vermutete illegale Jagd-Aktivitäten aus der Ferne © Komitee gegen den Vogelmord
Dank unseren Vogelschutzcamps hat die illegale Vogeljagd im Frühjahr auf Zakynthos kurzzeitig und spürbar einen wirksamen Dämpfer erfahren. Trotzdem wird dort in den nächsten Jahren für unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer noch viel couragierte Zugvogelrettungs- und Schutzarbeit zu leisten sein. Dazu muss auch die Bereitschaft zu einer besseren und vertrauensvolleren Zusammenarbeit bei den verantwortlichen lokalen Behörden erwirkt werden und dazu braucht es erfahrungsgemäss einen sehr langen Atem und engagierte Spendenunterstützung, damit die anspruchsvollen Einsätze sicher finanziert werden können.
Die Abschlussberichte in englischer Sprache finden Sie hier:
| ► | Zakynthos Vogelschutzcamp-Report Frühjahr 2023 (PDF-Datei, englisch) |
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